Abdul Hamid Djawaherian

Die Fertigung von Contactlinsen ist ein komplexer und aufwendiger Prozess. Vor allem, wenn man die Linsen einzeln und individuell auf Bestellung produziert. Wie Galifa. Und das heisst: mit modernsten Maschinen. Und mit Menschen, die mit Herzblut an der Arbeit sind. Wie Abdul Hamid Djawaherian.

Djawaherian heisst Goldschmied. Und Abdul Hamid Djawaherian ist Goldschmied. Bereits seit bald 40 Jahren. Obwohl er noch keine 50 ist. Kein Rechenfehler. Sondern Schicksal. Abdul Hamid Djawaherian wuchs in Afghanistan auf. Dort ist es üblich, dass die Kinder erst einen halben Tag zur Schule gehen. Um danach sechs bis sieben Stunden zu arbeiten. Sechs Tage die Woche.

Abdul Hamid Djawaherian fing im Alter von sieben Jahren an. Er reinigte Schmuck in einer Goldschmiede-Werkstätte. Bis er im Alter von 18 Jahren nach Persien ging, nach 5 Jahren zurückkehrte und 1998 erneut vor dem Krieg floh – in die Schweiz.

Hier wurde er freundlich aufgenommen, sagt er. Die Anerkennung als Flüchtling erhielt er umgehend. Die sprachlichen Hürden meisterte er ebenfalls, auch wenn das etwas länger dauerte. Ebenso das Prozedere, das unter dem Titel «Die Schweizer Macher» für Lacher sorgte – obwohl sich die Realität praktisch wie im Film abspielt.

Eine neue Heimat hat Abdul Hamid Djawaherian auch bei Galifa und bei seiner Arbeit gefunden: «Contactlinse ist wie Goldschmied – immer Feinarbeit», schwärmt er von seiner Tätigkeit. Und fügt an: «Galifa ist wie meine Familie.»

Seine richtige Familie? Seine Frau und drei erwachsene Kinder, die alle längst in der Schweiz verwurzelt sind. Plus weitere 11 Personen – die Teammitglieder seiner afghanischen Fussballmannschaft. «Ich sage, was machen», bringt er die Funktion eines Coaches deutsch und deutlich auf den Punkt. Was ein richtiger Goldschmied ist, hat eben ein goldenes Händchen.